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Das Schicksal von König Vätte...
Auf Visingsö erzählt man den Kindern gerne die Geschichte vom Schloss Borga. Zwischen Östergötland und Västergötland lag einmal ein fruchtbares Tal. Hier regierten die Könige Vise und Vätte. Nach ihnen nennt man unsere Insel Visingsö und den See Vättern. Die Könige waren gute Freunde und bauten gemeinsam das Schloss Borga, wo sie zusammen lebten. Einmal kehrte Vise nach einer Reise mit einer schönen Frau zurück. Sie sollte seine Königin werden. Der eifersüchtige Vätte brachte seinen Bruder um, damit er die schöne Witwe heiraten konnte. Eine Seejungfrau hatte einmal dem König Vätte das Leben gerettet. Da hatte er ihr versprochen, sie zu seiner Königin zu machen. Sie war sehr enttäuscht. Zu Vättes Hochzeit setzte sie das ganze Tal unter Wasser und holte sich »ihren« Vätte. König Vätte lebt noch heute bei der Seejungfrau im tiefen See. Manchmal seufzt er verzweifelt, und dann schlagen die Wellen hoch. Zum Gedächtnis an den guten Vise entstand die Sageninsel Visingsö. Nördlich von Visingsö ragt ein großer Stein aus dem See. Er stammt von dem Schloss Borga.

Die Geschichte von Visingsö läßt sich bis zur Seinzeit zurückverfolgen, große Grabfelder zeugen von früher Kolonisation. Im 12. Jahrhundert spielte die Insel mit ihrer mächtigen Festung, der Königsburg Näs Slott eine zentrale Rolle. Sie gehörte zu den stärksten Burgen Schwedens. 1318 brannte sie nieder. Bei der Ruine ist ein Gedenkstein für König Magnus Ladulås, errichtet von Per Brahe d.J.

Im 17. Jhd war die Insel das Zentrum in Schwedens größter Grafschaft, die Brahefamilie hatte großen Einfluß auf die Geschehnisse in der Umgebung und in ganz Schweden. Das Braheschloss, Visingsborgs Slott, brannte 1718 leider ab, laut Überlieferung angezündet von russischen Kriegsgefangenen, die dort untergebracht waren.

Die Kirchen, Gedenksteine und Schlossruinen sind heute Zeugen dafür, welche Rolle diese Insel in der Zeit der schwedischen Großmacht spielte. Die beiden mittelalterlichen Kirchen der Insel – die Brahekirche und die Kumlabykirche – sind durchaus einen Besuch wert.

Die Brahekirche, erbaut im 12. Jhd und umgebaut im 17. Jhd – als Visingsborgs Schlosskirche, ist eine der schönsten Dorfkirchen Schwedens. Eine der größten Kostbarkeiten ist Ebba Brahes Brautkrone. Sechs Mitglieder der Brahefamilie sind in der Kirche beigesetzt.

 

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